Donnerstag, 14. September 2017

Ist Apple's ARkit tatsächlich ein Game Changer?



Es ist ja schon faszinierend, wie unterschiedlich die Community auf die Keynote von Apple reagiert.

Da gibt es die technisch eher weniger versierten Beratertypen, die aller Welt erklären wollen, dass jetzt ein neues Zeitalter beginnt und da sind die Entwicklertypen, die komischerweise ganz ruhig sind.

Ich hänge als Typ ja so ein bisschen dazwischen! Seit 2009 habe ich über 350 Augmented Reality Anwendungen entwickelt. Heute berate ich vorwiegend Städte und Kultureinrichtung bei der Umsetzung von digitalen Projekten. Und mit meinem Team setzen wir die Konzepte auch um.

Ich würde schon behaupten wollen, dass ich von dem Thema Augmented Reality Ahnung habe.

Ich habe gerade diesen Artikel gelesen: https://medium.com/super-ventures-blog/arkit-and-arcore-will-not-usher-massive-adoption-of-mobile-ar-da3d87f7e5ad

Dieser Artikel beschreibt sehr gut, warum ARkit wichtig, aber keine Weiterentwicklung ist und somit auch nicht zu einer Veränderung in der digitalen Wahrnehmung führt.

Der Artikel ist zwar techniklastig aber dennoch auch für Nicht-Techniker zu verstehen. Allerdings ist er in (Fach-)Englisch geschrieben.

Ich will nur ein paar Punkte aufgreifen, die ich für sehr wichtig halte.

Ja, ARkit wird unsere Welt verändern! Aber im Moment eher dadurch, dass die Öffentlichkeit ins Boot geholt und dadurch die Community der Entwickler neu motiviert wird. 

Tatsächliche technische Weiterentwicklungen sind nicht zu erkennen, wenn man mal das Facetracking (Gesichtserkennung) außen vorlässt, das ein ganz anderes Problem mit sich bringt, die Datenschutzthematik. Wenn ich mein Gesichtsprofil einmal in der Cloud habe, kann es überall auf der Strasse gelesen werden! Das ist anders als beim Fingerabdruck! Das Facetracking basiert auf einem klaren mathematischen Algorithmus, der nicht auf alles andere angewendet werden kann. Also, wemm Facetracking funktioniert, heißt das nicht, dass ab sofort auch jedes Haus, jede Strasse und jeder Gegenstand zu erkennen ist.

Es gab in der Keynote von Apple nur ein Beispiel, das tatsächlich mein Interesse geweckt hat, die Ansicht vom Baseball Stadion. Alle anderen Beispiele basieren auf der Annahme, dass ich jeden Ort der Welt jetzt sofort in einen Ankerpunkt für eine Augmented Reality Anwendung umwandeln kann. Aber nicht, dass jeder Ort der Welt schon ein Ankerpunkt ist.

Das ist ein riesiger Unterschied. Wir sprechen von der kontextualen Zuordnung von digitalen Informationen. Die Voraussetzung für eine derartige Zuordnung ist, dass das Smartphone tatsächlich etwas wiederkennen kann. Die aktuellen Beispiele des ARkit zeigen nur die Möglichkeit, eine solche Erkennung für einen vorübergehenden Zeitraum für ein Smartphone herzustellen. Ein zweites Smartphone kann nicht automatisch die selbe Erkennung nutzen, sondern muss eine neue Erkennung aufsetzen. Damit wird es schwierig Multi-User-Experiences, also Anwendungen für eine große Zahl von Nutzern, zu entwickeln.

Jetzt könnte man natürlich darüber nachdenken, dass man die gesamte Welt in eine entsprechende Landkarte umwandelt und für jede Ansicht eine eigene Erkennung installiert. Da werden wir vermutlich irgendwann hinkommen, aber nicht morgen und erst recht nicht heute! Eigentlich ist das ein Thema, dass nur die ganz großen bearbeiten können. Doch es gibt aktuell keinen Hinweis darauf, dass sie es tun. Eine Vielzahl von Startups hat sich auf den Weg gemacht, aber sie müssten sich bündeln und trotzdem würden bestimmt mehr als drei Jahre ins Land ziehen, bevor wir eine halbwegs vernünftige Grundlage erhalten.

Bevor ich zu meiner Lieblings-Sportart Baseball zurückkomme, ein kleiner Exkurs zur ortsbasierten Augmented Reality, vor allem bekannt geworden durch Pokémon Go. 

Als Entwickler habe ich tatsächlich Probleme, Pokémon Go als echte Augmented Reality zu bezeichnen. Denn der Augmented Reality Teil nimmt keine tatsächliche Zuordnung vor. Bei dem Spiel ermittelt die App die Position des Spielers. In der App liegt eine gewisse überschaubare Anzahl von Pokémons, die ich im Prinzip überall anzeigen lassen könnte. Die visuelle Darstellung erfolgt relativ. Wird die Kamerafunktion des Smartphones aufgerufen, wird einfach geradezu in einem festgelegten Abstand der entsprechende Pokémon angezeigt. Egal in welche Richtung ich schaue, der Pokémon wird immer vor mir auftauchen. Die App macht nichts anderes, als dass sie festlegt, wann die Kamerafunktion mit welchem Pokémon aufgerufen werden soll. 

Würde ich jetzt beim Entwickler der Pokémon Go App anrufen und fragen, ob wir einen Pokémon so in die App integrieren können, dass er prinzipiell immer auf einem bestimmten Punkt der Erdoberfläche (z.B. meinem Restaurant) auftaucht, so dass ich beim Benutzen der App ggf. die Ausrichtung meines Smartphones so ändern muss, dass es auf das Restaurant zeigt und auch nur dort mittig der Pokémon angezeigt wird, wird er mir sagen, dass das nicht möglich ist. Das würde nur funktionieren, wenn wir neben der Ortung noch die Sensoren Kompass und Gyroskop (Kreiselkompass) hinzuziehen würden und diese tatsächlich eine zuverlässige Himmelsrichtung mit ihrer Initialisierung übermitteln würden. Und genau das tun diese beiden Sensoren leider nicht. Sie können im Zweifelsfall eine Ungenauigkeit von 180° darstellen. Je mehr Gebäude und Menschen um mich herum sind, desto schlechter werden die Ergebnisse. Und es sind wirklich keine kleinen Abweichungen, es sind immer erhebliche Abweichungen und bei jedem Aufruf andere.

Das bedeutet aber auch, dass die ortsbasierte Augmented Reality nur sehr unzuverlässig funktioniert. Stellen wir uns eine Einkaufsstrasse vor, in der ich stehe. Ich öffne meine Stadt-App und nutze die Augmented Reality Funktion. Ich schaue durch die Kamera die Strasse herunter und sehe im Kamerabild Icons für jedes ansässige Geschäft. Leider ist die Richtung der Icons um 45° nach rechts verschoben... Und dieses Ergebnis ist wahrscheinlich. Und je kleiner der Wahrnehmungsbereich wird, desto intensiver ist die Fehlerwahrnehmung beim Nutzer.

Jetzt komme ich endlich zum Baseball. In der Keynote von Apple wurde ein Baseballstadion gezeigt (siehe oben). Im Kamerabild sieht man das Spielfeld und Icons von Spielern, die sich auf dem Spielfeld befinden. Das ist doch genau das, was wir uns wünschen, oder? 

Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass das heute schon verlässlich in den Baseball Stadien Amerikas funktioniert, muss man zum Baseball aber wissen, dass in den Stadien bereits unfassbar viel Technologie, teils aus dem Militär, eingesetzt wird, um jede Veränderung in der realen Welt des Spielfelds aufzuzeichnen. Das geht so weit, dass ich mit meiner App der Major League Baseball bei allen Spielen nur Sekunden nach dem Wurf eines Werfers die Animation der Kurve des Wurfs angezeigt bekomme.
Mit dieser vorhandenen technischen Ausstattung und einem Konzept, wie im Stadion z.B. durch ringsum angebrachte Markierungen jeder Blickwinkel eines Besuchers verstanden werden kann, könnte ich mir vorstellen, dass wir hier demnächst tatsächlich ein erstes wirkliches Real Time Augmented Reality erleben können. Das Stadion der New Yankees ist im Baseball das, was bei der Deutschen Bahn der Bahnhof Südkreuz in Berlin ist. Hier werden alle Technologien als erstes getestet. Wir dürfen gespannt sein. Allerdings ist auch hier klar, dass es sich um einen sehr gekapselten speziellen Bereich handelt und man die Konzepte nicht eins zu eins auf den Rest der Welt übertragen kann.

Mein Fazit:
Durch das ARkit wird Augmented Reality ordentlich an Schwung gewinnen. Im Bereich Games werden wir kurzfristig viele coole Anwendungen erhalten. Aber um Augmented Reality Anwendungen in öffentlichen Bereichen wie in Städten und Kommunen sinnvoll einsetzen zu können, werden noch einmal ein paar Jahre vergehen. Trotzdem schadet es nicht, kleine nette Gimmicks einzubauen und die Verwendung von Augmented Reality zu testen, aber ich kann auch da nur den Hinweis geben, sich an mich oder einen meiner erfahrenen Kollegen zu wenden, um die tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality erklärt zu bekommen. Von diesen erfahrenen Beratern gibt es in Deutschland nicht so viele. Nicht jeder der von Augmented Reality spricht, hat auch wirklich die Erfahrung! Ein Kriterium für die Erkennung des erfahrenen Beraters ist der Beginn seiner Arbeit im Bereich Augmented Reality. Wenn das 2009/2010 oder früher ist, dann kann man sicher sein, dass er das Gesamtverständnis für den Einsatz von Augmented Reality hat.

Nachtrag: Augmented, Mixed und Virtual Reality liegen so dicht beieinander, dass es schwer ist die Grenzen zu definieren. Wenn ich über Augmented Reality spreche, dann spreche ich gleichzeitig auch über Mixed und Virtual Reality, da sie bei dem, was ich tue, ähnliche technische Umgebungen haben. Und ich betrachte in diesem Artikel auch nur  Augmenetd Reality für Städte und Museen und auch nur Augmented Reality auf Smartphones.

Sonntag, 23. Juli 2017

Kommentar zu "Die App kann weg! Warum fast keiner mehr eine Museumsapp braucht"

Ich habe einen etwas ausführlicheren Kommentar zum Artikel "Die App kann weg! Warum fast keiner mehr eine Museumsapp braucht" verfasst, den ich gerne hier auch wiedergeben möchte:

Hallo zusammen!

Jetzt muss ich mich doch auch einmal einmischen.
Ich entwickle digitale Strategien für Museen und setze diese auch mit meinem Team um.
Welches Anzeigemedium (Webseite, App, Audioguide, QR-Code-Reader,...) ich als Kulturinstitution nutzen sollte, hängt von unglaublich vielen Faktoren ab.
Aber eins ist mir vor allem in den letzten 12 Monaten klar geworden, ich habe noch kein Museum erlebt, das seine Hausaufgaben gemacht hat. Und das meine ich nicht als Vorwurf, sondern nur als Feststellung.
Viele Museen haben eine sechs, sieben oder acht Jahre alte Webseite. Die wollen sie verändern. Gleichzeitig wollen sie auch mobil verfügbar sein und außerdem mit dem Besucher interagieren.
Das ist der Stand bei 100% meiner Kunden und bei den Museen, mit denen ich diskutiere.

Das Problem das alle haben, ist gleich: sie wissen nicht, wo sie beginnen sollen.
Und was tun sie? Sie beginnen irgendwo in der Mitte bei der Umsetzung eines einzelnen (Insel-)Projekts.
Eine nachhaltige Gesamtstrategie wird nicht entwickelt und vor allem ziehen in vielen Fällen die unterschiedlichen Bereiche eines Museums nicht an einem Strang.
Im Fall von App-Projekten ist das tödlich, weil die Eigeninitiative aus dem Haus nur von einzelnen Personen getragen wird und nicht ganzheitlich nach außen vermittelt wird.

Doch wie soll man beginnen? Es ist zwar eine alter Leier, aber am Anfang steht die Digitalisierung!
Ich will mal ein etwas größeres Rad schlagen und einige Themen, die hier angesprochen wurden, einsammeln:
Egal ob ich eine App veröffentliche, eine mobile Webseite launche oder mit QR-Codes rumspiele, ich weiß zu Beginn des Projekts nicht, ob der Weg, den ich beschreite, der richtige ist. Das werde ich erst feststellen, wenn das Projekt veröffentlicht ist. Liege ich daneben, was übrigens in 90% der Fälle wahrscheinlich ist, habe ich ein Problem sowohl in der internen als auch in der externen Legitimierung des Projekts. Bin ich eingleisig gefahren, habe ich ein erhebliches Problem!

Lasst uns doch mal Bottom-Up denken! Die Hauptarbeit in einem Projekt liegt nicht wirklich in der technischen Umsetzung, sondern in der Erstellung GUTER Inhalte. In jedem Projekt entwickle ich immer nur die Inhalte, die ich für das entsprechende Projekt benötige. Am Ende steht ein Produkt. Lasst uns beten, dass es funktioniert!

Was wäre, wenn wir uns projektunabhängig mit der Produktion von Inhalten beschäftigen würden? Ja, am Anfang mag das etwas umfangreicher sein, aber am Ende habe ich ein Fundus an hochwertigen Inhalten, mit denen ich beliebig jonglieren kann.
Dafür ist auch keine große Technologie vonnöten. Ich spreche hier von einer Datenbank und etwas Serverspeicher. Gibt es in einfach und in aufwendig! Man muss sich nur an ein paar klare Formatregeln halten.

Wenn ich diese Aufgabe erfüllt habe, dann ist die Erstellung einer Story (unfassbar wichtig!) und eines Ausgabemediums ganz einfach und preiswert. Funktioniert das eine nicht, ändere ich die Strategie und nutze ein anderes. Oder ich fahre gleich mehrgleisig. Natürlich ist auch die Webseite ein Teil eines solchen Ökosystems!

Und jetzt kommt ein Punkt, der hier schon ein bisschen angeklungen ist. Für kleine Kultureinrichtung ist es nicht nur schwer, die Projekte umzusetzen, es ist noch viel schwerer, die Projekte zu vermarkten.

Warum zum Donnerwetter will denn jedes Museum seine eigene App haben? Warum kann man die denn nicht z.B. in der App der Stadt oder in einer Kultur-App der Stadt / des Bundeslandes unterbringen? Habe ich meine Hausaufgaben gemacht und gut digitalisiert, kann ich meine Inhalte zielgerichtet über eine Schnittstelle zur Verfügung stellen. Andere Apps können sie nach Genehmigung aufnehmen und so zur Verfügung stellen, wie es das Museum wünscht. Das ist wirklich kein Hexenwerk. Ich spreche also nicht nur von der Stadt-/Bundesland-App, sondern auch von Wikipedia, Facebook Messenger (Bot), Whatsapp (Bot), Snapchat, Instagram, Google Places, Foursquare, Tripadvisor, Pokémon Go,... Es gibt so viele Apps, die schon heute von vielen Menschen genutzt werden und die Inhalte Dritter gerne aufnehmen. Warum nicht dieses Potential nutzen. Und es ist in den meisten Fällen kostenlos.
Damit würden die Inhalte auch genau dahin gelangen, wo sich die meisten Besucher eh schon rumtreiben!

Kurz noch einmal zu den Themen QR-Codes und Beacons: Apple hat verkündet, dass der QR-Code-Reader bei iOS in die Kamera wandert. Mehr brauche ich dazu nicht mehr zu sagen. Der arme kleine Kerl ist wieder da! Beacons sind mit Vorsicht zu genießen! Die Genauigkeit ist nicht so, wie man uns weismachen will. Wir haben mehrere Projekte umgesetzt und ich würde Beacons in Zukunft ganz anders einsetzen. Das will ich jetzt aber nicht ausführen, das wäre ein einzelner Kommentar. Richtig ist, dass die Beacons zukünftig auch ohne Apps erkannt werden können. Damit erreichen wir noch einmal eine neue Vermittlungsebene.

Kommen wir zum WLAN! Ein leidiges Thema. Natürlich ist es toll, wenn ein Museum ein flächendeckendes WLAN zur Verfügung stellt. Große Häuser sollen das auch gerne tun, die haben vielleicht die Budgets dafür. Aber ist es wirklich notwendig? Muss ein kleines Museum jetzt sterben, weil es nicht die finanziellen Mittel hat, um ein flächendeckendes WLAN zur Verfügung zu stellen? Natürlich nicht! 
Punkt 1: Ich bin der festen Überzeugung, dass das über Mobilfunk betriebene WLAN in drei bis fünf Jahren Standard ist, weil dann, vor allem in Großstädten, die Netzte ausreichend ausgebaut sind und die Preise einheitlich niedrig sein werden. Dann benötige ich keine teure Verkabelung mehr im Haus, weil jeder Router seine eigene Mobilfunkverbindung hat.
Punkt 2: Meiner Meinung nach reicht es völlig aus, am Eingang und vielleicht in einem vorhandenen Museumskaffee einen WLAN-Zugang zu ermöglichen. Wenn ich an diesen Orten die Informationen als Offline-Inhalte zur Verfügung stelle (App oder Web), dann benötigt der Besucher kein flächendeckendes WLAN. Klar, die Inhalte müssen dann etwas umfangreicher sein, weil ich das, was der Besucher recherchieren wollen könnte, auch mit aufnehmen sollte. Aber alles andere würde ich der Mobilfunkverbindung des Besuchers überlassen. Ja, wenn die Besucher natürlich ein halbe Million Songs auf ihren Geräten haben, dann dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie mögliche Inhalte nicht nachladen können. Aber ganz ehrlich, das ist nicht das Problem des Museums! Mit durchdachter Kommunikation lässt sich darauf gezielt hinweisen.

Technischer Schnickschnack (z.B. Augmented und Virtual Reality):
Ich bin seit vielen Jahren Augmented Reality Entwickler. AR und VR können getrost nach hinten verschoben werden. Ich würde mich zunächst auf die inhaltliche Vermittlung konzentrieren. Die Erweiterung um AR ist auch kein Hexenwerk, zumal Apple diese Technologie ins Betriebssystem verlagert hat. VR hat den großen Nachteil, dass es kosten- und personalintensiv ist. Erst einmal die grundlegenden Hausaufgaben machen, dann erweitern!

Und jetzt noch zum Schluss:
Bitte, liebe Museen, schreibt Eure Projekte nicht mehr vollständig aus! Startet mit einem guten Berater und lasst Euch im Rahmen eines Workshops dabei helfen, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln. Nach solch einem Workshop wisst Ihr viel mehr! Und es ist viel einfacher, die zu erbringende Leistung zu beschreiben und auszuschreiben. Auch wenn Ihr glaubt, so schwierig kann es doch gar nicht sein. Doch, es ist sogar noch viel schwieriger, bzw. komplexer! Ihr werdet Euch ärgern und weiterhin unerfolgreiche Projekte entwickeln. Leider rennen da draußen auch eine Menge Scharlatane ohne wirkliche Erfahrung in der Umsetzung von Projekten rum. Prüft vorher, auf welche Erfahrungen im Kulturbereich ein Berater verweisen kann. Ein App-Entwickler, der schon für verschiedene Unternehmen Apps entwickelt hat oder ein Webentwickler, der schon für Museen Webseiten erstellt hat, ist unter Umständen der falsche Berater. 

Habe ich etwas vergessen? Wahrscheinlich! Aber es ist auch echt komplex!

Viele Grüße

Martin Adam

Dienstag, 18. April 2017

App-Plattform Teil 2: Augmented Reality (AR)

Ich habe mich dazu entschieden, den Erklärungsteil für Augmented Reality (AR) wegzulassen, denn AR ist echt eine komplexe Geschichte. Ich glaube, ich würde mehr Verwirrung schaffen, als tatsächlichen Nutzen. 

Ich zeige lieber mal, was wir mit unserer Plattform im Rahmen von Augmented Reality tun.

Ortsbasierte Augmented Reality:

AR-Kompass:
Die Aufgabe des AR-Kompass ist es, dem Nutzer auf eine coole Art die Richtung zu weisen. Anstatt eines Richtungspfeils nutzt man interessante Animationen, die sich in Richtung des Ziels bewegen.
Ich habe zwei Beispiele vorbereitet:

Das Pinguin-Navi ist ein wunderbares aber sehr aufwendiges Beispiel, wie man auf eine etwas verstecktes Aquarium hinweisen kann. Leider stammt dieses Beispiel nicht aus unserem Hause.




Das zweite Beispiel stammt von einer App, die wir für das ZKM in Karlsruhe entwickelt haben. Ein fließender Teppich aus Nullen und Einsen weist dem Besucher den Weg ins Museum. Der Teppich ist eine sich immer wiederholende zweidimensionale Animation. Der Aufwand hierfür ist nicht sehr groß. Man braucht nur einen Grafiker, der die Animation erstellt.






Wir haben eine kleine Demo-App zum Testen erstellt (leider nur iOS):

Nach dem Download ggf. in den Geräteeinstellungen unter Allgemein bei der Geräteverwaltung mCRUMBS das Vertrauen aussprechen!


AR-Sphäre:
Bei der AR-Sphäre wird um den Nutzer herum ein Raum aufgebaut, in dem er sich um die eigene Achse drehen kann. Die einzelnen Elemente im Raum können interaktiv gestaltet werden, um weitere Informationen oder Medien aufzurufen.



Mit der AR-Sphäre lassen sich übrigens auch kleine Spiele à la Pokémon Go erstellen.

Wir haben eine kleine Demo-App zum Testen erstellt (leider nur iOS):

Nach dem Download ggf. in den Geräteeinstellungen unter Allgemein bei der Geräteverwaltung mCRUMBS das Vertrauen aussprechen!


AR-Points-of-Interest:
Mit unserer Plattform unterstützen wir drei Arten der Anzeige von Orten. Klassisch sind die Karte und die Liste. Zusätzlich nutzen wir auch noch die Kameraansicht und zeigen dem Nutzer die Orte, die sich um ihn herum befinden.
Man kann die einzelnen Orte anklicken und darüber zusätzliche Informationen abrufen.

Die Screenshots stammen aus Apps die wir für die Stadt Basel und das Sziget Musikfestival in Budapest erstellt haben.






Wir haben eine kleine Demo-App zum Testen erstellt (leider nur iOS):

Nach dem Download ggf. in den Geräteeinstellungen unter Allgemein bei der Geräteverwaltung mCRUMBS das Vertrauen aussprechen!

Jetzt muss ich aber noch ein paar Warnungen loswerden!
Die Genauigkeit der Ortung des Nutzers steht in Abhängigkeit von den Ortungssensoren der Smartphones (GPS, WLAN und Bluetooth). Innerhalb von Gebäuden ist die Ortung deutlich ungenauer als außerhalb. Im Außenbereich können wir mit einer Genauigkeit von 10 Metern rechnen, innerhalb von Gebäuden können es auch schon einmal 50 bis 100 Meter sein. Außerdem werden bei der Ortung mit Smartphones nicht ähnlich viele Satelliten verwendet, wie bei den Navigationsgeräten. Das GPS benötigt eine freie Sicht. Wenn von drei oder vier Satelliten schon zwei verdeckt sind, kann die Ortung nicht mehr akkurat durchgeführt werden.
Das deutlich größere Problem liegt allerdings bei den beiden Richtungssensoren Kompass und Gyroskop (Kreiselkompass). Beide Sensoren sind sehr ungenau, vor allem innerhalb von Gebäuden. Sie reagieren auf Magnetismus und Elektrizität und lassen sich von Metall ablenken. Eine Abweichung von 180° ist durchaus möglich. Gerade bei der ortsbasierten Augmented Reality sollte man sich also genau überlegen, wie die Einsatzmöglichkeiten sind.
Eine Navigation z.B. in einem Museum ist über die ortsbasierte Augmented Reality eigentlich nicht möglich.


Erkennung durch Augmented Reality:

Buch-Scanner:
Augmented Reality besteht aus zwei Teilen, der Erkennung und der Anzeige. Bei unserer Buch-Scanner-Demo wurde ausschließlich die Erkennung genutzt, um die Inhalte des Buchs zu erweitern. Im Prinzip funktioniert dieser Scanner wie ein QR-Code-Scanner, nur ohne QR-Codes.
Im Buch wird auf die Existenz der App hingewiesen und die Möglichkeit zum Download dargestellt. Außerdem wird beschrieben, woran man die Bilder, die gescannt werden können, erkennt.
In unserem Beispiel-Fall sind die jeweiligen Bilder am unteren Rand verpixelt.
Scannt man eins der markierten Bilder, werden die jeweils hinterlegten Medieninhalte aufgerufen. Das können Webseiten, Videos oder auch Audio-Dateien sein.






Wir haben eine kleine Demo-App zum Testen erstellt (leider nur iOS):

Die Vorlage für diese App kann hier heruntergeladen werden:

Nach dem Download ggf. in den Geräteeinstellungen unter Allgemein bei der Geräteverwaltung mCRUMBS das Vertrauen aussprechen!


Plakat-Scanner:
Beim Plakat-Scanner werden nicht nur Bilder erkannt, sie werden im live im Kamerabild des Smartphones erweitert. Die Bilder fungieren als eine Art Marker, an die wir Medieninhalte ankleben können. So erscheint es für den Nutzer, als wenn die reale Welt mit digitalen Inhalten verknüpft wird.

Das folgende Beispiel zeigt die Verwendung des Plakat-Scanners für den Veranstaltungskalender eines Theaters:




Und in der Machdeburg-App ist auch ein Plakat-Scanner integriert:




Wir haben eine kleine Demo-App zum Testen erstellt (leider nur iOS):

Die Vorlage für diese App kann hier heruntergeladen werden:

http://arposter.mcrumbs.com/Vorlagen.pdf

Nach dem Download ggf. in den Geräteeinstellungen unter Allgemein bei der Geräteverwaltung mCRUMBS das Vertrauen aussprechen!


Neben Bildern können auch Gegenstände erkannt werden. Allerdings ist der Aufwand dafür weitaus größer und die Bedingungen, unter denen diese Erkennung gut funktioniert, sind sehr eingeschränkt.

Das folgende Beispiel zeigt, wie wir für die Timetraveler App Gebäude, Strassen und Plätze erkennbar gemacht haben.




Und bei diesem Beispiel haben wir einen Fahrzeug-Scanner gebaut, bei der das Auto erkannt wurde:





Manchmal kann man aber auch mit einer viel einfacheren Methode interessante Erlebnisse schaffen. Wir nennen Fake-Augmented Reality, Schummel-AR. Eigentlich legen wir nur ein Bild in Kameraansicht und der Nutzer muss sich selbst ausrichten. Um den Effekt zu verstärken, blenden wir das Bild über Transparenzen ein und aus.






Wir haben eine kleine Demo-App zum Testen erstellt (leider nur iOS):

Nach dem Download ggf. in den Geräteeinstellungen unter Allgemein bei der Geräteverwaltung mCRUMBS das Vertrauen aussprechen!


Promi-Foto

Ganz zum Schluss noch ein kleines AR-Gimmick, das Promi-Foto.

Beim Promi-Foto wird das geschossene Foto um zusätzliche Inhalte erweitert. 

Die beiden Bilder zeigen, wie es funktioniert:




Das Bild mit dem Polizisten ist tatsächlich im Hauseingang des Hauses aufgenommen worden, in dem unsere Kanzlerin wohnt.



Wir haben eine kleine Demo-App zum Testen erstellt (leider nur iOS):


Nach dem Download ggf. in den Geräteeinstellungen unter Allgemein bei der Geräteverwaltung mCRUMBS das Vertrauen aussprechen!


Wie gesagt, ich wollte hier nur einmal darstellen, was wir mit unserer Plattform unter Verwendung von Augmented Reality alles tun können.

Es geht schon eine ganze Menge, aber nicht alles macht Sinn. Man muss sich jede Aufgabe einzeln ansehen und dann die beste Variante wählen.

Dienstag, 11. April 2017

App-Plattform Teil 1: Wikipedia und Google Places

Eine App besteht natürlich zunächst erst einmal aus der technischen Umsetzung. Doch ohne Inhalte kann sie nicht leben. Und der Aufwand zur Erstellung von Inhalten ist nicht zu unterschätzen. Er kann größer sein, als der Aufwand zur technischen Umsetzung der App.

Was wäre aber, wenn menschortweb nicht nur die App erstellen, sondern gleich die Inhalte mitliefern würde?

Wenn ich in einem Hotel in einer fremden Stadt bin, was ziemlich häufig vorkommt, dann habe ich fast immer die gleichen Grundbedürfnisse: Wo bekomme ich etwas zu Essen her? Wo ist ein Supermarkt? Wo ist der nächste Geldautomat?
Ich rufe normalerweise auf meinem Smartphone Google Maps auf und schaue, was ich dort finde.

Wenn ich in einem Gespräch oder beim Fernsehen etwas höre oder sehe, das mich interessiert und zu dem ich mehr wissen will, rufe ich Wikipedia auf meinem Smartphone (oder Tablet beim Fernsehen) auf.

Das sind zwei Informationsquellen, die sicherlich nicht perfekt sind, aber bisher immer gute Dienste geleistet haben.

Stellt Euch eine App vor, die mir diese Informationen passend zu meiner aktuellen Position sofort und schön übersichtlich mit Kategorien zur Verfügung stellt.

Wir bieten unseren Kunden die Einbindung der beiden Informationsquellen an, wobei unsere Kunden selbständig die Inhalte erweitern oder sogar ersetzen können.

Schauen wir uns ein paar Beispiele an:

Die kleine Stadt, die natürlich auch etwas zu bieten hat, aber nicht das Personal hat, um die Inhalte für eine eigene App aufzubereiten und laufend zu pflegen. Mit Wikipedia und Google Places kann sehr schnell und sehr günstig eine schicke App erstellt werden. Stück für Stück kann die App z.B. um Events und andere Informationen erweitert werden.

Wenn ich ein Museum besuche, dann werde ich nicht von zuhause zum Eingang des Museums gebeamt und wieder zurück. Es gibt einen Weg hin und einen Weg weg vom Museum. Und auch auf diesen Wegen kann das Museum den Besucher mit nützlichen Informationen begleiten.

Das Hotel kann es über so eine App dem Gast leicht machen, die Informationen zu erhalten, die er eh sucht.

Ich spreche hier nicht von einer immer und ewig Lösung. Es geht darum, erste Schritte zu machen und dabei nicht zu viel Geld auszugeben oder Personal zu binden. Mit solchen Lösungen kann man lernen, wie Apps funktionieren und wie Nutzer mit ihnen umgehen.

Hier ein Beispiel für ein Hotel: